{"id":2409,"date":"2022-02-03T09:08:54","date_gmt":"2022-02-03T08:08:54","guid":{"rendered":"https:\/\/xn--mobilitts-scouts-1nb.at\/?p=2409"},"modified":"2023-07-12T13:56:03","modified_gmt":"2023-07-12T11:56:03","slug":"stadtflanieren-im-dritten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xn--mobilitts-scouts-1nb.at\/?p=2409","title":{"rendered":"Stadtflanieren im Dritten"},"content":{"rendered":"\n<p>Ausgangspunkt: Quartier Belvedere (Station Stra\u00dfenbahn D, 18, Schnellbahn), Endpunkt: Bahnhof Wien Mitte, Dauer: ca. 2 \u2013 3 Stunden<\/p>\n\n\n\n<p>Herrschaftliche H\u00e4user zeugen noch heute von der feudalen Vergangenheit dieses Bezirks. Viele adelige Familien errichteten hier ihre Sommerresidenzen und Palais f\u00fcr die Sommermonate. Heute noch deutet der Stra\u00dfenname auf die ehemals betuchten Bewohner*innen hin. Beispiele daf\u00fcr sind Schwarzenbergplatz &#8211; Palais Schwarzenberg, Rasumofskygasse &#8211; Palais Rasumofsky, Salmgasse \u2013 Palais Salm. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der dritte Bezirk von Wien oder \u201eLandstra\u00dfe\u201c, wie er auch hei\u00dft, ist aktuell Sitz vieler Botschaftseinrichtungen. Insbesondere der Bereich im Dreieck Rennweg, Heumarkt, Landstra\u00dfe wird deswegen oft als Botschafts- oder Diplomatenviertel bezeichnet. So haben u.a. die Botschaft der russischen F\u00f6deration, der italienischen Republik, des K\u00f6nigreichs Norwegen sowie der islamischen Republik Iran ihre Adresse in diesem Teil von Wien.<\/p>\n\n\n\n<p>Beginnen Sie Ihren Spaziergang beim Quartier Belvedere. Nehmen Sie den dem G\u00fcrtel zugewandten Eingang des Belvederegartens. Halten Sie sich auf der rechten Seite und zweigen Sie rechts in den <strong>Botanischen Garten der Universit\u00e4t Wien<\/strong> (f\u00fcr Details siehe: <a href=\"https:\/\/botanischergarten.univie.ac.at\/\">https<\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/botanischergarten.univie.ac.at\/\" target=\"_blank\">:\/\/botanischergarten.univie.ac.at\/<\/a>) ab. Hier finden Sie insbesondere an hei\u00dfen Sommertagen schattige Wege und Ecken zum Spazieren und Sitzm\u00f6glichkeiten zum Ausruhen. Besonders stolz ist man auf den Alpengarten mit zahlreichen Pflanzen aus dem alpinen Raum. Kehren Sie wieder zum Eingang des Botanischen Gartens zur\u00fcck und wenden Sie Ihre Aufmerksamkeit nunmehr der <strong>Schloss- und Gartenanlage von Prinz Eugen<\/strong> (f\u00fcr Details siehe: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bundesgaerten.at\/belvederegarten\/Belvederegarten.html\" target=\"_blank\">https:\/\/www.bundesgaerten.at\/belvederegarten\/Belvederegarten.html<\/a>) zu. Viele Besucher sind der Meinung, die Sch\u00f6nheit dieses zu den \u00f6sterreichischen Bundesg\u00e4rten geh\u00f6renden Areals erschlie\u00dft sich am besten durch die Blickrichtung vom unteren Schloss zum oberen Schloss. Daher vers\u00e4umen Sie nicht, in diesem Garten eine Runde zu drehen, Garten und Schloss von unterschiedlichen Seiten zu bewundern.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Tipp: im Fr\u00fchjahr und Herbst eignen sich die Sitzb\u00e4nke entlang der Wege bei Sch\u00f6nwetter gut f\u00fcr eine wohltuende Rast in der Sonne und ein kurzes Sonnenbad.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Um sich sowohl an der Bl\u00fctenpracht im Belvederegarten als auch an jener im Botanischen Garten sowie hoffentlich auch an den aktiven Springbrunnen im Belvederegarten erfreuen zu k\u00f6nnen, empfehle ich Ihnen, diesen Spaziergang im Zeitraum Mai \u2013 September zu machen, idealerweise in den fr\u00fchen Nachmittagsstunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Verlassen Sie anschlie\u00dfend den Schlossbereich \u00fcber den Ausgang <strong>Rennweg<\/strong>. Wussten Sie, dass hier zwischen dem 14. u. 16. Jhdt. Pferderennen stattfanden? Der Name \u201eRennweg\u201c erinnert noch daran. \u00dcberqueren Sie den Rennweg, gehen Sie kurz (rechts) stadtausw\u00e4rts, bis Sie zur <strong>Salesianergasse<\/strong> kommen. Der Orden der Salesianerinnen ist der Namensgeber f\u00fcr die Stra\u00dfenbezeichnung. Gehen Sie die Salesianergasse entlang bis Sie an die Beatrixgasse ansto\u00dfen. Auf Ihrem Weg kommen Sie an einigen Geb\u00e4uden im Stil des Biedermeier vorbei. Im Haus Salesianergasse 12 wurde Hugo von Hofmannsthal (Schriftsteller und Mitbegr\u00fcnder der Salzburger Festspiele) geboren und Hermann Bahr (Schriftsteller) wohnte hier. Von der Beatrixgasse sind es (rechts) nur einige Schritte zur Grimmelshausengasse.<\/p>\n\n\n\n<p>Biegen Sie in die Grimmelshausengasse ein und kurz darauf erreichen Sie die kleine Gr\u00fcnfl\u00e4che mit dem Namen \u201e<strong>Am Modenapark<\/strong>\u201c. Der Park ist nicht der Grund hierherzukommen. Das Besondere sind die H\u00e4user um den Park und die Stadtn\u00e4he. Nicht wenige Wiener*innen w\u00fcrden gern ihre Wohnadresse hier haben. Attraktive Lage \u2013 ruhiges Wohngebiet, stadtnah, Innenstadt innerhalb weniger Minuten fu\u00dfl\u00e4ufig erreichbar, gute Infrastruktur, \u00f6ffentliche Verkehrsmittel ums Eck, kleiner Park vorm Haus. Die Preise f\u00fcr Wohnungen (egal ob Miete oder Eigentum) sind leider f\u00fcr B\u00fcrger*innen mit Durchschnittseinkommen kaum leistbar. Aber Schauen kostet nichts. Daher bestaunen wir die Geb\u00e4ude und bemerken, dass sie aus unterschiedlichen Epochen stammen und unterschiedliche Baustildetails ihre Fassaden charakterisieren. Ein Freund meinte einmal \u201eAm Modenapark \u2013 ein gutes Beispiel der unterschiedlichen Wiener Wohnbau-Architektur auf kleinster Fl\u00e4che\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir gehen die Grimmelshausengasse bis zur Strohgasse, kurz links bis zur Metternichgasse, der wir bis zur <strong>Jauresgasse<\/strong> folgen. Hier ist Russland \u201ebeheimatet\u201c. Von Weitem schon sticht uns die \u201erussische Kirche\u201c mit ihren f\u00fcnf Kuppeln ins Auge.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Tipp: Gehen Sie hinein, bestaunen Sie auch das Innere der russisch-orthodoxen Kathedrale St. Nikolaus, insbesondere die Ikonen und den Luster, den angeblich Zar Nikolaus II gestiftet hat.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kirche diente Erz\u00e4hlungen zufolge w\u00e4hrend des Stalinismus nur als Lagerraum \u2013 feudaler Lagerraum inmitten einer der teuersten Gegenden von Wien! Angrenzend an die Kirche sind Geb\u00e4ude der russischen Botschaft zu finden. (Hinweis: die Kirche ist nicht immer \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. Erkundigen Sie sich daher vorher \u00fcber die \u00d6ffnungszeiten.)<\/p>\n\n\n\n<p>Wir gehen zur\u00fcck zur Reisnerstra\u00dfe und folgen dieser bis zur Neulinggasse. Biegen Sie rechts ein in die Neulinggasse, \u00fcberqueren Sie in der Folge die Br\u00fccke \u00fcber die Gleisanlagen der Schnellbahn und erreichen Sie nach einigen Minuten den <strong>Ahrenbergpark<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Tipp: Gehen Sie nicht raschen Schrittes zielstrebig zum Ahrenbergpark. Lassen Sie sich eher von den Eindr\u00fccken am Weg leiten. Biegen Sie in die eine oder andere Gasse ein und nehmen Sie wahr, was Sie vorfinden. Wenden Sie Ihre Blicke entlang der Hausfassaden nach oben bis zum Dach und entdecken Sie so das eine oder andere interessante architektonische Detail.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im Ahrenbergpark selbst befinden sich zwei Flakt\u00fcrme aus dem zweiten Weltkrieg. Ich verbinde mit diesem Park und den Flakt\u00fcrmen eine pers\u00f6nliche Erinnerung. Immer, wenn ich mit meiner Mutter am Ahrenbergpark vorbeiging, erz\u00e4hlte sie mir ausf\u00fchrlich und emotional sehr bewegt, wie sie bei Luftangriffen von der Sch\u00fcttelstra\u00dfe im zweiten Gemeindebezirk zum Ahrenbergpark lief, um in den Luftschutzr\u00e4umen vor den Luftangriffen sicher zu sein. Auch wenn diese Wettl\u00e4ufe um Leben und Tod bereits Jahrzehnte zur\u00fccklagen, war in ihren Augen und in ihrer Stimme immer noch der Schrecken, die Angst und Panik stark wahrnehmbar. Heute wird in einem der T\u00fcrme Kunst gelagert.<\/p>\n\n\n\n<p>Details zu den Wiener Flakt\u00fcrmen: <a href=\"https:\/\/www.geschichtewiki.wien.gv.at\/Flakt%C3%BCrme\">h<\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.geschichtewiki.wien.gv.at\/Flakt%C3%BCrme\" target=\"_blank\">ttps:\/\/www.geschichtewiki.wien.gv.at\/Flakt%C3%BCrme<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Gehen Sie nun in der Neulinggasse weiter bis zur <strong>Landstra\u00dfe<\/strong>. \u00dcbrigens, die Landstra\u00dfe soll angeblich dem Verlauf einer alten R\u00f6merstra\u00dfe, die einst bis nach Vindobona f\u00fchrte, folgen. Biegen Sie links ab und folgen Sie der Landstra\u00dfe stadteinw\u00e4rts, vorbei am <strong>Rochusmarkt<\/strong>, einem der kleinsten M\u00e4rkte Wiens, der immer einen Besuch wert ist, wenn Marktzeit ist. Versp\u00fcren Sie Hunger oder Durst, so st\u00e4rken Sie sich an einem der Marktst\u00e4nde mit einem Snack und\/oder Getr\u00e4nk. Vielleicht inspiriert Sie die eine oder andere Ware auch f\u00fcr ein Gericht f\u00fcrs Abendessen. Gem\u00fcse, Obst, Fleisch, Schinken, Brot, Wein, K\u00e4se &#8211; t\u00e4tigen Sie Ihren Einkauf an einem der St\u00e4nde. Wenn dann noch etwas fehlt f\u00fcrs Abendessen, k\u00f6nnen Sie im Einkaufszentrum Landstra\u00dfe\/Wien Mitte unweit des Stadtparks Ihren Bedarf decken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Landstra\u00dfe stadteinw\u00e4rts weiter gehend, vergessen Sie nicht, einen Blick in die Kirche und Apotheke des Krankenhauses St. Elisabeth, eines der \u00e4ltesten Spit\u00e4ler Wiens, zu werfen. Aber auch die neu renovierte Lobby des Hotel Hiltons ist, wenn nicht einen Besuch, so zumindest einen Blick wert. Wo heute das Hotel Hilton steht, stand einst eine gro\u00dfe Markthalle \u2013 hat mir eine \u00e4ltere Bewohnerin des 3. Bezirks erz\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer den Spaziergang mit etwas S\u00fc\u00dfem abrunden m\u00f6chte, dem sei die Kurkonditorei Oberlaa Ecke Landstra\u00dfe\/Vordere Zollamtsstra\u00dfe empfohlen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Haben auch Sie neue Entdeckungen in Ihrem Gr\u00e4tzl gemacht?<\/strong> Wir freuen uns auf Ihre Geschichten! Schreiben Sie uns gerne unter:&nbsp;<a href=\"mailto:info@mobilit%C3%A4ts-scouts.at\">info@mobilit\u00e4ts-scouts.at<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Quellen:<\/p>\n\n\n\n<p>Hinweise und Informationen von Bewohner*innen des Viertels<\/p>\n\n\n\n<p>Flakt\u00fcrme: <a href=\"https:\/\/www.geschichtewiki.wien.gv.at\/Flakt%C3%BCrme\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.geschichtewiki.wien.gv.at\/Flakt%C3%BCrme<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Russisch orthodoxe Kathedrale: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russisch-orthodoxe_Kathedrale_(Wien)\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russisch-orthodoxe_Kathedrale_(Wien)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Landtrasse: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landstra%C3%9Fe_(Wien)\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landstra%C3%9Fe_(Wien)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausgangspunkt: Quartier Belvedere (Station Stra\u00dfenbahn D, 18, Schnellbahn), Endpunkt: Bahnhof Wien Mitte, Dauer: ca. 2 \u2013 3 Stunden Herrschaftliche H\u00e4user zeugen noch heute von der feudalen Vergangenheit dieses Bezirks. 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