{"id":2980,"date":"2023-11-20T11:33:48","date_gmt":"2023-11-20T10:33:48","guid":{"rendered":"https:\/\/xn--mobilitts-scouts-1nb.at\/?p=2980"},"modified":"2023-11-20T12:00:46","modified_gmt":"2023-11-20T11:00:46","slug":"granny-aupair-oder-oma-auf-zeit-ein-erfahrungsbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xn--mobilitts-scouts-1nb.at\/?p=2980","title":{"rendered":"Granny Aupair oder Oma auf Zeit: Ein Erfahrungsbericht"},"content":{"rendered":"\n<p>Seit Jahren schon war die Idee \u201eGranny Aupair\u201c in meinem Kopf. In der Pension sollte es so weit sein, das war immer mein Plan. Im Sommer 2023 setzte ich ihn um. Ich sondierte die M\u00f6glichkeiten im Freundeskreis und Internet und fand einige interessante Destinationen und Familien. Um herauszufinden, welche Familie am besten zu mir passen k\u00f6nnte, gab es mindestens ein Telefongespr\u00e4ch mit jeder Familie. Nach diesen Gespr\u00e4chen engte sich der Kreis auf zwei Familien ein. Schlussendlich entschied ich mich f\u00fcr eine berufst\u00e4tige alleinerziehende Mutter mit Kleinkind. Ich fand, diese Familie k\u00f6nnte meine Unterst\u00fctzung wirklich gut gebrauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl die telefonischen und schriftlichen Kontakte mit der Mutter vor meiner Abreise alle sehr freundlich und gewinnend waren, so fuhr ich doch mit einer gewissen Portion Unsicherheit weg.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Was wird mich wohl die n\u00e4chsten Wochen erwarten?<\/li><li>Wie wird der Zweieinhalbj\u00e4hrige auf mich reagieren? Wie die Mutter?<\/li><li>Gelingt es mir, mit beiden rasch eine Vertrauensbasis aufzubauen?<\/li><li>Haben wir \u00e4hnliche Vorstellungen von Erziehung?<\/li><li>Wie wird der Alltag von uns dreien sein?<\/li><li>Wie wird es mir mit meiner neuen Funktion als \u201eOma auf Zeit\u201c und meinen damit verbundenen Aufgaben gehen?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Fragen wie diese besch\u00e4ftigten mich nicht erst w\u00e4hrend der Zugfahrt. Ich wusste zwar von meinen Erfahrungen als kurzfristige Leihoma, dass es mir Freude bereitet, mit Kindern Zeit zu verbringen und ich gut mit Kleinkindern umgehen kann. Doch man wei\u00df ja nie. Und meine T\u00e4tigkeit als Leihoma beschr\u00e4nkte sich bisher jeweils nur auf einen Nachmittag pro Woche f\u00fcr einige Monate. Jetzt w\u00fcrde ich 24 Stunden 7 Tage die Woche mit der Familie eine Zeitlang leben. Noch dazu in einem anderen Land!<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Anreise regnete es. Als ich am Zielbahnhof ausstieg, schien die Sonne. Das nahm ich als gutes Omen. Eine H\u00fcrde war noch zu nehmen: eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr den Kauf der Stra\u00dfenbahnkarte zu finden. Ein freundlicher junger Mann, den ich um Hilfe bat, suchte einen Fahrkartenautomaten f\u00fcr mich und half mir noch die Fahrkarte zu l\u00f6sen. Nach ca 35 Minuten Fahrt war ich am Ziel. Das Haus liegt an einer stark frequentierten Stra\u00dfe, die zwischen den beiden Fahrstreifen einen breiten Gr\u00fcnstreifen mit hohen alten B\u00e4umen hat. Durch einen kleinen Vorgarten kam ich zur Haust\u00fcr. Ich l\u00e4utete und ober mir am Balkon erschien eine freundlich l\u00e4chelnde Frau, die mich herzlich begr\u00fc\u00dfte. Sie \u00f6ffnete daraufhin die Haust\u00fcre, kam mir entgegen und half mir mein Gep\u00e4ck \u00fcber die Stiegen zu tragen. Die Wohnung liegt in einem Altbauhaus und verf\u00fcgt \u00fcber vier R\u00e4ume. Mein Zimmer war sehr gro\u00df, Platzangst w\u00fcrde nicht aufkommen. Die Matratze des Bettes war f\u00fcr meinen R\u00fccken sehr angenehm, nicht zu weich und nicht zu hart. In meinem Alter ist das Bett ja h\u00e4ufig der wichtigste Einrichtungsgegenstand, um sich l\u00e4ngerfristig an einem fremden Ort wohlzuf\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Wohnk\u00fcche erwartete mich Tee. Der Kleine war von seinem Nachmittagsschlaf noch nicht munter. Mutter und ich unterhielten uns in der K\u00fcche und beschlossen, sp\u00e4ter, wenn ich ausgepackt hatte, zu dritt eine Erkundungsrunde im Wohnbezirk zu machen und dabei einen der nahen Spielpl\u00e4tze zu besuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend ich in meinem Zimmer meinen Koffer auspackte, h\u00f6rte ich schon von nebenan eine leise Kinderstimme. Pl\u00f6tzlich ging meine T\u00fcre auf und ein kleiner Blondschopf mit blauen Augen schaute neugierig herein. Wir begr\u00fc\u00dften uns. Er fremdelte nicht. Nach einigen Minuten, die er im T\u00fcrrahmen stand und mir beim Auspacken zuschaute, lud er mich in sein Spielzimmer ein und zeigte mir seine Bibliothek. Er nahm eines der Bilderb\u00fccher, setzte sich auf die Couch und deutete mir, ich solle neben ihm Platz nehmen. Dann schlug er das Buch auf und zeigte mit dem Kommentar \u201eDa lesen!\u201c auf den Text. Diesen Satz sollte ich noch oft w\u00e4hrend meines Aufenthalts h\u00f6ren. Seine helle Stimme und der Satz klingen mir noch immer im Ohr. Ich muss jedes Mal l\u00e4cheln, wenn mir der Satz in den Sinn kommt. O ja, er war ein genauer und strenger Zuh\u00f6rer! Habe ich mir erlaubt ein Wort einzuf\u00fcgen oder einen Satz auszulassen, erfolgte sofort wieder die Anweisung \u201eDa lesen!\u201c. Das verstand ich anfangs nicht, da ich ja ohnehin las. Seine Mutter erkl\u00e4rte mir sp\u00e4ter, er w\u00fcrde jedes Buch auswendig kennen und, wenn etwas nicht so w\u00e4re, wie er es gewohnt sei, dann k\u00e4me sofort die Anweisung: \u201eDa lesen!\u201c, sollte hei\u00dfen: \u201eLies, was da steht und nichts anderes!\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen brachten Mutter und ich den kleinen Blondschopf in den Kindergarten. Ich wurde den MitarbeiterInnen als Granny Aupair vorgestellt. &#8222;Granny Aupair&#8220;, das hatten sie noch nie geh\u00f6rt. Umso interessierter wandten sie sich mir zu. Es wurde in den Unterlagen von Erik vermerkt, dass ich in den n\u00e4chsten Wochen Erik holen und bringen d\u00fcrfe. Mutter und ich vereinbarten, dass wir uns um 14h30 wieder bei dem Kindergarten treffen und Erik gemeinsam abholen wollten. Ab dem dritten Tag brachte ich ihn morgens alleine und holte ihn nachmittags meistens alleine ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen den Fixzeiten des Kindergartens erkundete ich die Stadt, die einzelnen Stadtvierteln, die Museen, die Parks. Rasch fand ich mein Stamm-Kaffeehaus, wo ich gern ein Fr\u00fchst\u00fcck zu mir nahm und die Zeitung las. Ich f\u00fchlte mich wohl in der Stadt. Ich fand, es ist eine lebenswerte Stadt. Die Menschen begegneten mir (im Gegensatz zu meiner Heimatstadt) fast ausnahmslos sehr freundlich, hilfsbereit und r\u00fccksichtsvoll. Aggressives Verhalten von Autofahrern, Fu\u00dfg\u00e4ngern oder Radfahrern habe ich keinen Tag erlebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Nachmittag verbrachten Erik und ich, indem wir mit dem \u201eErik-Taxi\u201c, wie ich seinen Kinderwagen nannte, die Gegend erkundeten. Erik war etwas fu\u00dffaul. Gehen war nicht Seines. Lieber lie\u00df er sich durch die Gegend kutschieren und betrachtete alles Interessante vom Erik-Taxi aus. Dabei waren gezielt Baustellen- und Stra\u00dfenkreuzungenaufsuchen t\u00e4glich am Programm. Baufahrzeuge, wie Bagger, Walzen, Kipplaster und Betonmischer sowie Kr\u00e4ne waren mindestens so interessant wie Stra\u00dfenbahnen, Gelenksbusse, Motorr\u00e4der, Autos ohne Dach und LKW\u2019s. Das genau zu beobachten hatte gro\u00dfen Erlebniswert und konnte schon mindestens eine halbe Stunde Zeit erfordern, auch wenn es regnete. Ich kenne jetzt den Unterschied zwischen Schaufel-, L\u00f6ffel- und Saugbagger. Ganz besonders interessant war dann eines Tages die M\u00fcllabfuhr. Die richtige Oma hatte als Spielzeug f\u00fcr Erik ein oranges M\u00fcllabfuhrauto organisiert. Mama bestellte die dazu passenden M\u00fclltonnen im Internet und fortan wurde t\u00e4glich zuhause M\u00fcllabfuhr gespielt. Und, wenn wir die echte M\u00fcllabfuhr in Aktion auf der Stra\u00dfe sahen, dann war das der H\u00f6hepunkt des Tages.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich waren auch die Spielpl\u00e4tze in der Umgebung ein Ziel an unseren Nachmittagen. Als ich ankam, war eher nur Sandspielen interessant. Nach einigen Wochen kam das Interesse f\u00fcr das Rutschen und Schaukeln dazu. Gegen Ende meines Aufenthaltes wurde schon eifrig geklettert. Die Motivation zum Ballspielen war nicht sehr ausgepr\u00e4gt. Hin und wieder Fu\u00dfball- oder Basketballspielen in der Wohnung, wobei der T\u00fcrrahmen das Tor war und ein leeres Regalfach als Basketballkorb diente. Schon viel mehr Freude machte das H\u00fcpfen, insbesondere von der breiten Fensterbank in meinem Zimmer auf mein gro\u00dfes Bett. Das war das Bewegungsprogramm an Schlechtwettertagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuhause gab es mindestens 150 Plastiktiere aller Art in verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen. Diese wurden liebend gern am Boden im Spielzimmer nach unterschiedlichen Kriterien aufgestellt. \u2013 Welche Tiere leben am Bauernhof? Welche Tiere leben im Wald? Welche Tiere leben im Zoo? Welche Tiere leben am Land? Welche im Wasser? Welche Tiere k\u00f6nnen fliegen? Welche Tiere sind gef\u00e4hrlich? \u2026 Mama und Erik bauten ein sch\u00f6nes gro\u00dfes Giraffenhaus aus Legosteinen, das eines Tages zu einem Parkhaus f\u00fcr die zahlreichen Spielzeugautos umgebaut wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja und eines Tages kam dann mit der Tante und dem Onkel ein Spielzeug-Parkhaus aus Holz. Es hatte sogar einen Lift f\u00fcr die Autos! Jetzt wurde flei\u00dfig mit den Spielzeugautos ins Parkhaus gefahren \u2013 meist fanden sich alle auf der obersten Ebene ganz dicht aneinandergereiht geparkt. Ab diesem Zeitpunkt wurden auch die Parkhaus- und Parkgarageneinfahrten, die wir am Weg bei unseren Erkundigungen fanden, genau und lange studiert. Ein besonderes Erlebnis war, wenn wir sahen, wie ein Wagen rein- oder rausfuhr und sich der Schranken hob und senkte.<\/p>\n\n\n\n<p>An Sch\u00f6nwettertagen war der erste Satz, den ich h\u00f6rte, wenn ich Erik vom Kindergarten abholte \u201eWir wollen Fische f\u00fcttern gehen\u201c. Somit war das Nachmittagsprogramm schon klar. Wir machten uns auf den Weg zu einem nahen Park, wo es einen kleinen Teich mit Fischen gab. Dort wurde dann eifrig die Semmel vom Vortag in kleine St\u00fccke zerteilt oder zerbr\u00f6selt und anschlie\u00dfend ins Wasser geworfen. Wir entdeckten auch zwei kleine Wasserschildkr\u00f6ten, und hin und wieder kam ein Reiher angeflogen, der sich in der Mitte des Teichs auf eine kleine Steinstatue setzte und sein Federgewand putzte.&nbsp; Die Fische waren gegen Ende meines Aufenthalts so dick, dass ich die Semmel rationierte, da ich Angst hatte, die Fische w\u00fcrden bald zerplatzen, wenn wir sie weiterhin so intensiv f\u00fcttern. Die Natur sorgte jedoch eines Tages f\u00fcr eine Fastenperiode f\u00fcr die Fische. Es tauchte ein Entenpaar mit drei winzig kleinen K\u00fcken auf. Entenpapa vor allem war sehr gierig, das Brot zu bekommen. Er schnappte teilweise den Fischen die Brotst\u00fccke noch aus den offenen M\u00e4ulern. Die Fische zogen sich zur\u00fcck, nahmen Abstand und \u00fcberlie\u00dfen fortan den Enten das Brot.<\/p>\n\n\n\n<p>Erik war ein \u00fcberaus h\u00fcftfreundliches Kind &#8211; wie seine Mutter ihn eines Tages charakterisierte. Damit meinte sie, es w\u00e4re f\u00fcr mich als Granny nicht notwendig, h\u00e4ufig am Boden zu sitzen, mit Erik zu spielen und rasch aufzustehen aus dem Sitzen am Boden. Das Knien und Sitzen am Boden, um gemeinsam zu spielen, war nicht Hauptbestandteil meiner T\u00e4tigkeit. Vielmehr verbrachten der kleine Blondschopf und ich zahlreiche Stunden mit B\u00fccherlesen und B\u00fccheranschauen auf der Couch. Die Auswahl an eigenen B\u00fcchern war bereits sehr gro\u00df, wurde aber immer wieder durch B\u00fccher aus der B\u00fccherei erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Zoo, wie ich ihn, ob seines gro\u00dfen Interesses und Wissens \u00fcber Tiere gern nannte, hatte bald herausgefunden, dass es in meiner Fotogalerie am Handy Fotos von Katzen und einem Hund gab. Er liebte besonders das Video von den kleinen Katzen, die sich unter der Decke versteckten und sich dann in den Fransen darin verhedderten und lange k\u00e4mpfen mussten, dass sie sich wieder befreiten konnten. Emma, der Hund von Freunden, war auch fast t\u00e4glich am Programm \u201eEmma schauen!\u201c klingt sein Wunsch noch heute in meinem Ohr oder &#8222;Susi Katze schauen!&#8220; &#8211;  die Kurzvideos von einer Freundin, die u.a. eine beim Duschkopf trinkende Katze zeigen. Diese Fotos und Videos stellten sich schon nach wenigen Tagen als Motivationsmittel f\u00fcr den kleinen Blondschopf heraus, um die Stufen im Stiegenhaus z\u00fcgig alleine zu gehen. Nicht immer wirkte jedoch das In-Aussicht-gestellte Fotoschauen gleich. An manchen Tagen dauerte es bis zu 30 Minuten bis wir vom Erdgescho\u00df in den ersten Stock kamen.&nbsp; Ich verk\u00fcrzte mir die Wartezeit auf den Stufen sitzend mit Lesen in einem Buch.<\/p>\n\n\n\n<p>Erik konnte schon gut laufen, wollte aber unbedingt getragen werden. Mit allen Mitteln versuchte er es. Doch ich wusste, mein R\u00fccken hat seine T\u00fccken. Erik \u00fcber die Stufen zu tragen, das w\u00e4re f\u00fcr meine Wirbels\u00e4ule zu viel gewesen. Die Aussicht, oben im Wohnzimmer die Tierfotos anschauen zu k\u00f6nnen, war dann doch immer wieder \u00fcberzeugend f\u00fcr Erik, wenngleich hin und wieder erst nach geraumer Zeit, und er kam manchmal auf zwei Beinen, manchmal auf allen Vieren in den ersten Stock.<\/p>\n\n\n\n<p>Beeindruckt hat mich Eriks Merkf\u00e4higkeit. Nachdem er nur einmal ein Foto gesehen hatte und er den Namen der Person geh\u00f6rt hatte, die auf dem Foto abgebildet war, nannte er bereits den Namen beim n\u00e4chsten Anschauen des Fotos selbst oder er sagte \u201eEmma mit Susi in der Hundeschule\u201c. So ist nicht nur Emma, der Hund meiner Freunde f\u00fcr Erik ein Begriff, er kennt auch die Namen und Gesichter der Besitzer von Emma. Und ich bin sicher, wenn ich in einigen Monaten Erik und seine Mutter besuchen fahre oder sie mich besuchen kommen, wird einer seiner ersten S\u00e4tze sein: \u201eEmma schauen!\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>TV-Ger\u00e4t gab es in der Wohnung bewusst keines. Computer oder Handy waren f\u00fcr Erik nur selten erlaubt um Videos zu sehen. Diese Filme waren meist nur Tierdokumentationen oder Kurzvideos von der M\u00fcllabfuhr. Ziel war, passive Unterhaltung von Erik zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Was f\u00e4llt mir noch so ein, wenn ich an die vergangenen Wochen denke? Was haben Erik und ich noch alles gemacht?<\/p>\n\n\n\n<p>So manchen Regentag verk\u00fcrzte das stundenlange Sitzen am Fensterbrett (Erik) und Stehen am Fenster (ich), um die zahlreich vorbeifahrenden Autos zu beobachten, wobei jeder Gelenksbus, jedes Polizeiauto, jeder Krankenwagen, Lastautos jeder Art mit Begeisterung von Erik angek\u00fcndigt wurden. Wir \u00fcbten auf diese Weise die Autotypen und die Farben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Hunde, die in der Gr\u00fcnzone zwischen den Fahrbahnstreifen vor unserem Haus, spazieren gef\u00fchrt wurden, waren eine willkommene Abwechslung zu den Autos.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl das Wetter w\u00e4hrend meines Aufenthaltes wundersch\u00f6n war, gab es doch den einen oder anderen Regentag, manchmal auch aufeinanderfolgend. Wir mussten uns also zuhause besch\u00e4ftigen. Stundenlanges Lesen und Bilderb\u00fccher ansehen war irgendwann f\u00fcr uns beide zu viel. Also versuchte sich Granny Aupair doch im Bodenturnen oder in der Bodengymnastik, um gemeinsam Lego und Duplo zu spielen, eine gro\u00dfe Zoolandschaft mit den Plastiktieren aufzustellen oder Autos auf dem Teppich, der eine Stra\u00dfensituation abbildete, hin und her zu bewegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch so manche Polsterschlacht verk\u00fcrzte uns die Stunden zuhause.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mutter von Erik m\u00f6chte ich ein gro\u00dfes Kompliment aussprechen. Sie ist alleinerziehend und in einem sehr fordernden Beruf t\u00e4tig. Ihr Umgang mit dem Kind ist meiner Wahrnehmung nach sehr wertsch\u00e4tzend, respektvoll, vor allem liebevoll und humorreich sowie unkompliziert. Ihre Kreativit\u00e4t und ihr Einfallsreichtum, wie sie ihren Sohn anleiten und passend f\u00f6rdern und fordern kann, haben mich ebenfalls sehr beeindruckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Erlebnis \u201eGranny Aupair\u201c war in vieler Hinsicht interessant und bereichernd. Es war kein Experiment, es war eine Lebenserfahrung, die von mir gerne wieder einmal wiederholt wird. Oma hofft, dass der Kontakt zu Erik und seiner Mutter trotz der gro\u00dfen r\u00e4umlichen Distanz nicht abrei\u00dft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Jahren schon war die Idee \u201eGranny Aupair\u201c in meinem Kopf. In der Pension sollte es so weit sein, das war immer mein Plan. Im Sommer 2023 setzte ich ihn um. Ich sondierte die M\u00f6glichkeiten im Freundeskreis und Internet und fand einige interessante Destinationen und Familien. 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